Deutlich weniger schwere Verkehrsunfälle - so wirksam sind Infrastrukturmassnahmen

Eine gute Strasseninfrastruktur und Signalisation erhöhen die Verkehrssicherheit. Anhand der GIS-Plattform MEVASI kann die BFU erstmals die Wirksamkeit von Infrastrukturmassnahmen abschätzen.

Darin sind 2500 Massnahmen aus 28 Massnahmentypen detailliert erfasst. Für sieben dieser Typen sind statistisch gesicherte Bewertungen ihrer Wirksamkeit vorhanden: Die unfallreduzierenden Effekte reichen von 11 % bis 66 %.



Infrastrukturmassnahmen wirken sich positiv auf die Verkehrssicherheit aus. Wie wirksam einzelne Massnahmen sind, kann die BFU nun erstmals abschätzen. Sie hat 2014 die digitale GIS-Plattform MEVASI (Massnahmenevaluation Strasseninfrastruktur) ins Leben gerufen. Aktuell sind auf MEVASI schweizweit 2500 Massnahmen aus insgesamt 28 Massnahmentypen erfasst. Für sieben davon liegt eine gesicherte Bewertung ihrer Wirksamkeit vor.

Weniger Tempo – weniger schwere Unfälle

Mit Abstand am grössten ist die Datengrundlage für Tempo-30-Zonen; fast 600 einzelne Massnahmen dieses Massnahmentyps konnte die BFU auswerten. Die Analyse zeigt, dass die Anzahl schwerer Unfälle in neu umgesetzten Tempo-30-Zonen im Durchschnitt um 38 % abgenommen hat. Das Resultat belegt das enorme Rettungspotenzial von Tempo 30. Die BFU ist deshalb für einen Paradigmenwechsel in der Verkehrsplanung. Tempo 30 muss überall dort eingeführt werden, wo es die Verkehrssicherheit erfordert – neben Quartierstrassen auch auf definierten Abschnitten von verkehrsorientierten Strassen.

Einen deutlichen Rückgang schwerer Unfälle – 63 % – bewirken die beiden Massnahmengruppen Umgestaltung von Kreuzungen und Einmündungen in Kreisel sowie das Anbringen von schwarz-weissen Leitpfeilen in Kurven. Noch grössere Effekte zeigen die Datengrundlagen für das Demarkieren von Mittellinien und das Markieren von Velostreifen – je nach Modellberechnung 73 % bis 78 %.

Mehr Daten – genauere Abschätzung der Wirksamkeit

Aus der MEVASI-Datenbank wurden Massnahmen bewertet, die bis ins Jahr 1997 zurückreichen. Neben dem genauen Standort, dem Datum der Inbetriebnahme und den Investitionskosten sind auch der Grund sowie das Ziel für die Umsetzung der jeweiligen Massnahme erfasst.

Dank MEVASI können regelmässig aktuelle Wirksamkeiten abgeschätzt werden, die Infrastrukturbetreibern als wichtige Entscheidungshilfe dienen. Auf dieser Grundlage lassen sich die richtigen Massnahmen für eine maximale Wirkung für die Verkehrssicherheit finden. Die Datenbasis wird laufend ausgebaut, damit diese Abschätzungen noch genauer werden und für mehr Massnahmentypen möglich sind.

Beratungen der BFU

Es ist eine grosse Herausforderung, die Strasseninfrastruktur so zu gestalten, dass sie für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sicher ist. Die BFU berät deshalb Gemeinde-, Kantons- und Bundesbehörden, Ingenieur- und Planungsbüros sowie andere Organisationen bei Fragen rund um das Thema Sicherheit bei Strasseninfrastruktur und Signalisation.

 

Quelle: BFU
Titelbild: Symbolbild © Taljat David – shutterstock.com